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Von Design Thinking zum MVP
Story Map

Story Map - Von Design Thinking zum MVP

Design Thinking und was dann?

Unser Agile Coach Markus Güntert hat schon viele Design Thinking Workshops moderiert. Dabei ist er auf eine sehr spannende Erkenntnis gestoßen: Jedes noch so inspirierende Design Thinking Projekt geht irgendwann zu Ende. Doch wie geht es danach eigentlich weiter?

Denn “danach” ist der Prozess oft nicht mehr so klar. Das führt in der Praxis leider häufig dazu, dass diese Ideen von einer Organisation buchstäblich totgeredet werden.

Begeisterte Nutzer:innen fragen vielleicht schon nach: “Ab wann wird es das denn nun geben?”. Innerhalb der Organisation dreht sich der Diskurs aber um die Bedenkenträger:innen, die neuen Ideen eher mit Skepsis begegnen. Welche Risiken sind damit assoziiert? Was könnte in der Umsetzung alles schief gehen? Könnte das nicht ein riesengroßes Fehlinvestment werden? Steht da nicht sogar die gesamte Reputation des Unternehmens auf dem Spiel? 

Was ist die Story Map?

Teams neigen dazu, in großen Visionen zu denken - der "sechsspurigen Autobahn". Um jedoch schnell zu testen, ob eine Idee funktioniert, genügt oft ein kluger "Feldweg". Die Story Map hilft dem Team dabei, den Feldweg - den MVP - für die Produktidee zu bestimmen.

Mit dem MVP ist das Team in der Lage, das Produkt in den Markt einzuführen und zu testen. Von da an wird gezielt priorisiert wann in welche Teile des Produkts investiert wird.


Einstieg in das Projekt

Bevor die Teamarbeit losgeht, klärt unser Agile Coach Markus Güntert die Erwartungen der Teammitglieder ab.

Die Teamdynamik

Die Teamdynamik während des Workshops wird auch durch die unterschiedlichen Erwartungen der Teammitglieder beeinflusst. Für Markus sind Hierarchien erkennbar, die sich aufgrund der unterschiedlichen Positionen und Erfahrungen der Teammitglieder erklären lassen.

Je besser Markus als Coach die unterschiedlichen Erwartungen kennt, desto eher kann er bei Bedarf moderierend eingreifen.

Die Produktidee

Im Video stellt Teammitglied Ida die Idee vor. Hiermit wird das Team im Workshop arbeiten. Die anderen Teammitglieder Robin und Yannick teilen ihre Eindrücke zu der Idee.

Alle Teammitglieder können zu Beginn ihr Verständnis der Idee miteinander teilen. Dies geschieht nacheinander, ohne längere Diskussionen.

Die Arbeit am Backbone

Das Team beginnt nun das Backbone der Idee zu definieren und nutzt dafür den Story Map Canvas.

Die Erstellung des Backbones

Das Team beginnt mit dem Backbone der Idee. Hier wird die Idee chronologisch aus Sicht des Nutzers beschrieben. Das Team sammelt mögliche Komponenten, die das Backbone der Idee ausmachen.

Das Backbone soll vor allem die Komponenten erfassen, die kritische Aufwandstreiber darstellen. Aspekte des Backbones, die sich im Team nicht klären lassen, werden nicht diskutiert, sondern als Arbeitsauftrag festgehalten.

Diskussionen um das Backbone

Das Team diskutiert einzelne Komponenten des Backbones und schließt diesen Teil der Story Map ab. Der Canvas zur Story Map legt nahe, dass das Backbone aus 7 Komponenten besteht. Es können auch einige mehr oder weniger sein, wenn es inhaltlich sinnvoll ist.

Die Reflexion des Backbones

Das Team reflektiert, inwiefern das Backbone die Idee insgesamt erfasst. Neue Vorschläge werden diskutiert. Die Story Map soll nicht alle Details einer Idee darstellen, wie z.B. das Impressum auf einer Webseite. Es geht um die wesentlichen Komponenten des zukünftigen Produktes.


Formulierung der Ausbaustufen der Produktidee

Das Team beginnt damit, die weiteren Ausbaustufen der einzelnen Komponenten auszuformulieren. So wird deutlich, wo die Reise nach dem MVP hingehen kann.

Das Team diskutiert nacheinander jede Komponente des Backbones im Hinblick auf ihre möglichen Ausbaustufen. So entsteht eine Priorisierung. Unterschiedliche Teammitglieder bringen unterschiedliche Ansprüche an die Ausbaustufen mit ein. Das Team kann gemeinsam entscheiden, welche Komponenten es bereits in der MVP Phase mehr oder weniger umfangreich ausbaut.

Herausforderungen in der Teamarbeit

In der Entwicklung eines MVP kommt es zu wiederkehrenden Wünschen von Seiten einzelner Teammitglieder. Die Story Map hilft dabei, diese Wünsche konstruktiv aufzugreifen.

Umgang mit Managementerwartungen

Teammitglied Robin äußert, wie er sich das zukünftige Produkt vorstellt. Sein Wunsch spiegelt seine persönliche Präferenz wider. Ein schwieriger Moment in der Teamarbeit.

In der Priorisierung der Idee kommt es immer wieder dazu, dass Teammitglieder entlang ihrer Vorlieben priorisieren wollen. Eine Priorisierung entlang der Kundenperspektive sollte besser auf Basis von Nutzerdaten erfolgen. Ausbaustufen der Idee, die noch nicht wichtig sind, werden auf einen Ideenparkplatz abgelegt. So kann sich das Team leichter auf die Ausbaustufen zurückbesinnen, die jetzt wichtig sind.

Technologische Möglichkeiten

Das Team schwelgt in neuen technologischen Möglichkeiten. Dabei verliert es aus den Augen, dass viele Funktionen auch ohne aufwändige Technologien provisorisch möglich sind In der Priorisierung der Idee kommt es immer wieder dazu, dass wir Features oft kleiner denken können - im Hinblick auf den MVP.

 

Edge Cases und Happy Cases

Das Team gerät in eine Diskussion um sogenannte Edge Cases – das sind mögliche, aber unwahrscheinliche Fälle, die bei der Nutzung des Produkts auftreten können.

Edge Cases sind oftmals ein Vehikel aus dem Team heraus, um durchaus berechtigte Bedenken zu äußern. Mit Blick auf die spätere Umsetzung sollte sich das Team jedoch schlussendlich auf Happy Cases konzentrieren – Beispiele, in denen die Idee reibungslos für den Kunden funktioniert. Das Team findet seinen Fokus auf die Komponenten, die es frühestmöglich umsetzen will.

 

Priorisierung und Re-Priorisierung

Das Team priorisiert weiter entlang der möglichen Ausbaustufen. Das Team wird nicht drum herum kommen, später im Verlauf der Umsetzung bei Bedarf zu re-priorisieren.

Das Commitment mit Blick auf die Prioritäten ist eine Momentaufnahme. Prioritäten müssen angepasst werden, sofern neue Erkenntnisse vorliegen. Es hilft, sich bei der Priorisierung von Features zu überlegen, welche Art von Nutzerinnen und Nutzern bereits die erste Version eines neuen Produkts nutzen würden – die Early Adopters.

Der "Robin-Effekt"

Die Idee wird konkreter. Das Team versteht mittlerweile, welche Diskussion es in der Story Map zu führen hat. Das wird besonders deutlich darin, wie Teammitglied Robin nun intuitiv versucht, den MVP möglichst klein zu halten.

Die Arbeit mit der Story Map führt oft in kurzer Zeit zu einem von der Methode forcierten Perspektivwechsel. Team-Mitglieder orientieren stärker daran, was in kurzer Zeit (MVP) möglich ist.

 

Reflexion und Check-Out

Markus fasst noch einmal das Ergebnis der Teamarbeit zusammen. Es folgt eine gemeinsame Reflexion. Die Zusammenfassung der Idee gibt alle Teammitgliedern die Möglichkeit, Missverständnisse zu klären. Alle enden schlussendlich mit einem gemeinsamen Verständnis von der Idee.

Die Team-Mitglieder reflektieren die Teamarbeit und die inhaltlichen Kernergebnisse. Und zeigen sich dankbar.

 

Der Canvas der Story Map (A0)

Hier gelangst du zum Download 📄 des Story Map Canvas.

 
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